Die Geschichte des Monsieur Le Beouf

Anfang der Zwanziger Jahre zog Jacques Le Boeuf, Sohn einer der ältesten Metzgerfamilien aus der Provinz Limousin, nach Paris. Hier lernte er die junge Berlinerin Marianne Krakauer kennen, die gerade ihr Studium der Photographie beim Lette-Haus beendet hatte und nun im Atelier von Man Ray erste künstlerische Erfahrungen sammelte.

Die Liebe von Jacques und Marianne wurde zu einer intimen Verbindung von Existenz und Lebensart, von Küche und Kunst, von Genuss und Notwendigkeit und zog Jacques Le Boeuf mit nach Berlin. In den Straßen zwischen Nollendorfplatz und Wittenbergplatz wurde Jacques Le Boeuf bald heimisch. Doch egal ob Paris oder Berlin – kein Restaurant konnte für ihn das Filet so schmackhaft zubereiten, wie er es aus seiner Heimatstadt Limoges kannte.

Wehmütig erinnerte sich Monsieur Le Boeuf an die Rinder des Limousin, die auf saftigen, grünen Weiden ihren freien Auslauf genießen, und an die frischen Kräuter, deren spezielle Zusammenstellung seit Generationen ein Familiengeheimnis ist. Dieses Geheimnis wurde genauso bewahrt, wie das Wissen um den richtigen Zeitpunkt, wann und wie lange man das Fleisch über der glühenden Buchenkohle auf den Rost legt.

So begann Monsieur Le Boeuf, erst im kleinen Kreis von Freunden und später in einem Wohnungsrestaurant die Zubereitung des Fleisches selbst in die Hand zu nehmen. Seine Freunde aus den Kreisen der Berliner Boheme um den Nollendorfplatz wurden seine ersten Stammgäste.

Das Restaurant Monsieur Le Boeuf entstand im Geiste seines Namensgebers.